6. Adoptionsrecht

Der LSVD fragte:

Wird Schleswig-Holstein unter Ihrer Regierung im Bundesrat dafür einstehen, dass es ein vollwertiges Adoptionsrecht für verpartnerte Paare gibt?

Antworten der Parteien:

CDU: Wir als CDU respektieren die Entscheidungen von Menschen, in vielfältigen Formen des Zusammenlebens. Dieses gilt auch für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Eine vollständige rechtliche Gleichstellung dieser Lebensgemeinschaften mit der Ehe zwischen Mann und Frau als Kern der Familie lehnen wir ebenso ab wie eine Ausweitung des Adoptionsrechts.

SPD: Familie heute ist bunt. Neben die traditionelle Mutter-Vater-Kind-Familie ist eine Vielzahl verschiedener Lebensentwürfe getreten. Für uns Sozialdemokraten ist Familie dort, wo Menschen dauerhaft Verantwortung füreinander übernehmen. Daher brauchen gleichgeschlechtliche Paare dieselben Adoptions- und Sorgerechte wie heterosexuelle Väter und Mütter. Dafür werden wir uns einsetzen.

Bündnis90/Die Grünen: Wir fordern die Öffnung der Ehe für lesbische und schwule Paare, einschließlich des Adoptionsrechts. Es darf keine rechtlichen Unterschiede zwischen Paaren oder Familien geben, die bewusst und verbindlich Verantwortung für einander übernehmen wollen. Entscheidend ist das Bekenntnis zu Ehe und Familie und nicht die Frage des Geschlechtes. Das gilt auch im Steuerrecht. Ebenso muss die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung für Lebenspartnerinnen, Unverheiratete und Alleinstehende offen stehen. Regenbogenfamilien, also gleichgeschlechtliche Familien mit Kindern, dürfen nicht benachteiligt werden. Aus Sicht der Grünen haben sie dieselben Rechte wie alle anderen Familien.

SSW: Als Partei, die sich Dänemark und Skandinavien insgesamt stark verbunden fühlt, orientiert sich der SSW nicht nur am skandinavischen Sozialstaatsmodell. Wir denken, dass man auch in anderen Bereichen, wie zum Beispiel bei der Gleichstellung sexueller Minderheiten, von unseren Nachbarn lernen kann. Unabhängig davon, ob der SSW an einer zukünftigen Regierung beteiligt ist oder nicht, halten wir die Einführung eines vollwertigen Adoptionsrechts für verpartnerte Paare für überfällig. Gleichgeschlechtliche und verschiedengeschlechtliche Paare müssen auch in Deutschland in der Frage der Adoption gleichstellt werden. Entsprechende Initiativen werden wir in jedem Fall unterstützen.

Linke: Antwort liegt noch nicht vor

 

FDP: Ziel der FDP ist die völlige Gleichstellung von Lebenspartnerschaften mit der Ehe. Wir setzen für ein vollwertiges Adoptionsrecht für verpartnerte Paare ein.

 

 

Piraten: Zunächst wollen wir erst einmal in den Landtag gewählt werden und machen uns noch keine Gedanken über eine mögliche Regierungsbeteiligung. Aber zu Ihrer Frage: Ja.

„Die Piratenpartei setzt sich für die gleichwertige Anerkennung von Lebensmodellen ein, in denen Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Unabhängig vom gewählten Lebensmodell genießen Lebensgemeinschaften, in denen Kinder aufwachsen oder schwache Menschen versorgt werden, einen besonderen Schutz. Unsere Familienpolitik ist dadurch bestimmt, dass solche Lebensgemeinschaften als gleichwertig und als vor dem Gesetz gleich angesehen werden müssen.

  •  Gleichberechtigte Möglichkeit der Kinderversorgung: Kinder zu haben, darf nicht zu Diskriminierung oder Benachteiligung führen. Aus der geschlechtlichen oder sexuellen Identität bzw. Orientierung darf  sich weder ein Vorrecht noch eine Verpflichtung zu einer höheren oder  geringeren Einbindung in die Kinderversorgung ergeben. Wir Piraten  setzen uns ein für den Abbau noch bestehender gesellschaftlicher  Erwartungshaltungen, die eine tatsächlich freie, individuelle  Entscheidung verhindern oder erschweren.
  •  Kinder haben zu dürfen, muss von geschlechtlicher Identität  bzw. Orientierung unabhängig sein. Auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften müssen zusammen Kinder bekommen, adoptieren und aufziehen dürfen.“

(Aus dem Grundsatzprogramm der Piratenpartei, Punkt 12.4)